Berlin 2011

In einer Grossstadt eine Ferienwohnung mieten? Warum nicht. In Berlin habe ich das erstmals probiert und somit gleich eine ganze Woche in dieser Stadt verbracht. Dank WLAN in der Wohnung, konnte ich meinen Blog tagfertig führen. Hier der Bericht:

Samstag, 21. Mai

Mein erstes Berliner Bier – nichts für Puristen – eine Weisse mit Kirschensaft. Süss-sauer. Passte bestens zur Curry-Wurst, wenn diese etwas schärfer gewesen wäre. Das Ganze auf der Terrasse des neuen Hauptbahnhofes, welcher gerade den fünften Geburtstag feiert. So kam ich am Samstag Abend doch noch zu meinem Begrüssungsfeuerwerk.
Vorher war aber noch die Reise. Der Flug verlief zwar ruhig, aber die Berliner Luft zeigte sich sehr holprig und das Flugzeug wurde beim Anflug noch kräftig durchgeschüttelt. Und bei der Taxifahrt zu meiner Ferienwohnung, durfte ich noch etwas Berliner Stau geniessen. Die Wohnung, ein schönes Studio mit Zugang direkt von der Strasse her. Diese wiederum eine ruhige Quartierstrasse, aber gleich um die Ecke ein Supermarkt, wo ich mich gleich mit dem Nötigsten versorgen konnte.
Weitere wichtige Handlungen waren, ein Veranstaltungsmagazin kaufen und eine Wochenkarte für den ÖV. Da ich nur wenige hundert Meter von der Friedrichstrasse wohne, beschloss ich, mir zum Anfang die Revue im Friedrichstadtpalast zu leisten. Womit die nächsten 55 Euro auch schon weg waren, aber wenn man sieht, welcher Aufwand in so einer Show steckt, versteht man auch den Preis.
Ich war schon vor zwanzig Jahren dort und es hat sich einiges geändert. Die beweglichen LED-Wände gehörten längst auch auf die Theaterbühne; elektronischer Bass und Stimmverfremdung zum Live-Orchester. Eine Mischung von Gesangsnummern, Tanz und Artistik von gut zwei Stunden wurde geboten. Auch die traditionellen Elemente fehlten nicht, nur dass die „Bathing Beauties“ Rockerbräute waren und der Steptanz wurde zu einem spanischen (!) Rap in an Tron erinnernden Kostümen geboten.
Nach der Show machte ich noch einen Spaziergang bis um Brandenburger Tor und dort sah ich dann auch das besagte Feuerwerk.

Sonntag, 22. Mai

Am frühen Morgen in Berlin erwacht. Es ist Sonntag und es ist wie zuhause. Duschen, frühstücken, am Computer hängen. Und schliesslich, sich Gedanken zum Tagesprogramm machen. Erst einmal wollte ich ganz assoziativ herumspazieren, ohne viel Plan.
Ich habe es beinahe vergessen, aber hier in Berlin Mitte bin ich ja auf ehemaligem DDR-Gebiet. Gleich zwei Ecken weiter war die Mauer und so finde ich auch die Mauergedenkstätte an der Bernauerstrasse. Mit Aussichtsturm. Dieser hier ist neu, aber es gab früher auch schon solche Türme, von wo aus die Touristen auf dieses eingezäunte Land schauen konnten. Heute schaut man auf eine Rekonstruktion des Todesstreifens
Mauergedenkstätte
Gleich nebenan ist der Nordbahnhof und dort bestieg ich die S-Bahn und fuhr zum Potsdamer Platz. Der Platz war 50 Jahre lang eine Brache, dann wurde er zum Wolkenkratzerquartier. Darum auch das Sony-Center mit dem überdachten Innenhof. Ich stelle es mit eigentlich nicht sehr angenehm vor, in einem dieser Bürohäuser zu arbeiten, ständig mit Blick auf die Touristen beim Kaffee trinken. Der Bahnhof am Potsdamer Platz ist übrigens auch Teil der neue Nord-Süd-Bahn, die auch durch den Hauptbahnhof geht. So haben auch jene von ausserhalb, die dort arbeiten, direkte Verbindungen. Dieser Achse folgte ich dann auch nach Südkreuz. Dort bestieg ich die Ring-S-Bahn, die die zentralen Stadtteile umkreist. Viel Sightseeing bietet sie allerdings nicht, und so wechselte ich wieder auf eine U-Bahn zum Alexanderplatz. Ich spazierte vom Fernsehturm über die Museumsinsel, traf dort zwei bekannte Herren.
Marx und Engels
Um in ein Museum zu gehen, warte ich noch auf einen Regentag. Einen Blick auf den Ku’Damm wollte ich noch werfen – dem einstigen Zentrum von West-Berlin. Hunger hatte ich auch und so nahm ich am Wittenbergplatz eine Kleinigkeit zu mir (Salat). Dabei wurde ich noch Zeuge einer Anti-AKW-Demo.
In ganz Berlin, auch am Kurfürstendamm reiht sich Baustelle an Baustelle und die Gedächniskirche ist leider eingeschalt. Fürs Abendprogramm wollte ich mir noch Tickets besorgen und fuhr zum Th. Heuss Platz. Dort ist das Theater des Kabaretts Wühlmäuse – am Abend war jedoch eine Show mit einem Magier angesagt. An diesem Platz steht auch das Gebäude des RBB (einst SFB), von woher das Radioprogramm kommt, das ich hier höre. Daneben auch gleich das Messegelände mit dem alten Sendeturm, der leider gerade nicht zugänglich ist.
Am Abend begann es tatsächlich ein klein wenig zu regnen an. Aber ich verbrachte den Abend ja im Theater. Der Magier Desimo ist auch Kabarettist und behandelt in seiner Vorstellung auch esoterische Themen, besonders die Wünschelwichte über die ich auch schon geschrieben habe. Dazwischen zeigte er einige erstaunliche Illusionsnummern. So ging der Sonntag zu Ende.

Montag, 23. Mai

Politische Wirrköpfe haben eine Kabelbrücke bei einer Berliner S-Bahn-Station angezündet. So ist die Berliner S-Bahn einige Tage gestört. Aber ich plante sowieso, mich in erster Linie in Berlin-Mitte zu bewegen.
Als erstes marschierte ich an die nur 15 Minuten von meiner Wohnung entfernten Hackschen Höfe. Ich muss zugeben, ich habe mir etwas Grösseres und Spektakuläreres vorgestellt. Aber immerhin fand ich dort ein Theater und hatte bereits mein Abendprogramm. Ich ging weiter zum Alexanderplatz, aber anstatt auf den Turm zu gehen, entschloss ich mich zu einer kleinen Tramfahrt. Weit in den Osten nach Pankow mit der einen Linie und mit einer anderen zurück. So verging einige Zeit und ich war wieder hungrig. Bei der S-Bahn-Station Hackscher Markt, gleich am Viadukt, bestellt ich mir einen Teller Berliner Buletten.
Berliner Buletten
Dann aber nahm ich die ursprünglich geplante Route in Angriff und fuhr zum Hauptbahnhof. Dort geht es über einen grossen freien Platz zum Regierungsbezirk. Und das erste Gebäude, das man passiert ist  nicht das Kanzleramt, sondern die Schweizer Botschaft. Mittendrin zwischen Hauptbahnhof und Reichstag, zwischen Kanzleramt und dem Bürogebäude der Abgeordneten. Und rundherum viel, viel Platz: das Zeichen der Herrschaft. Selbst die Russen, die „unter den Linden“ auch ein sehr dominantes Botschaftgebäude haben, kommen an das nicht heran.
CH Botschaft mit HB
Die Kuppel des Reichstags ist nur auf Voranmeldung zu besichtigen, so beschränke ich mit darauf, sie von Weitem zu bewundern. Und dann natürlich das Pflichtobjekt, wenn man in Berlin ist:
Brandenburger Tor
Von hier ist man auch recht schnell am Potsdamer Platz. Dorthin musste ich noch – resp. ich musste an den Marlene Dietrich Platz – um ein Ticket für das Musical „Hinterm Horizont“ zu kaufen. Es besteht aus Liedern von Udo Lindenberg. Zum Abschluss des Nachmittags testete ich noch den Weg von meiner Wohnung zum Flughafen Tegel, um an Samstag keine Überraschung zu erleben. Am Flughafen, beim Warten auf den Bus zurück, kostete ich noch eine Berliner Weisse mit Schuss, mit Waldmeister. Das Experiment wird nicht wiederholt.
Am Abend ging ich wieder ins Theater, einer Vorstellung von „Caveman“. Ein Ein-Mann-Stück, wo der Darsteller von Beziehungsgeschichten und dem Bezug zur Vorgeschichte der Menschen erzählt. Recht unterhaltend, aber es zeigte sich in meinen Augen doch, dass darüber langsam alles gesagt ist.
Vielleicht hätte ich auf dem Rückweg doch noch etwas lernen können, warteten auf dem Trottoir etliche willige, aber sicher nicht billige Lehrerinnen.

Dienstag, 24. Mai

Sans Souci
Keine Sorgen haben wollte Friedrich der Grosse, der Preussenkönig. Darum nannte er sein Schloss auch so, wo er schöne Tage mit seinen Kumpels bei Speis und Trank und Philosophie verbrachte. Einer dieser Kumpels war Voltaire. Wenn man den Zweck dieses Schlosses kennt, wundert einen auch nicht mehr, dass es eher klein ist, für das Schloss eines mächtigen Fürsten.
Hiermit ist klar, ich war in Potsdam. Erstmals diese Woche nahm ich eine geführte Tour, mit dem Bus einmal rund um Potsdam und drei Schlösser: Cecilienhof, das neue Palais und eben Sans Souci. Der Führer, ein Potsdamer, zeigte auch die Spuren der DDR-Zeit, darunter die Brücke auf der während des kalten Krieges die Spione ausgetauscht wurden und das KGB-Gefängnis.
Die Tour endete übrigens am Brandenburger Tor:
Brandenburger Tor
Klar, Potsdam ist ja die Hauptstadt von Brandenburg und dieses Tor ist älter als jenes in Berlin.
Man sieht auf dem Bild, dass der Himmel stark bewölkt war und es blies auch ein kühler Wind. So beschloss ich, wieder nach Berlin zurückzufahren und mich in meiner Wohnung aufzuwärmen. Eine unterwegs eingekaufte Kleinigkeit wurde mein Zvieri. Ich musste nur noch den Abend planen.
Ich entschloss mich für die einfachste Variante: dasselbe Theater wie am Vortag, aber natürlich ein anderes Programm. Eine Show mit namens Soap. Tanz und Akrobatik in, um und auf Badewannen. Und diese Requisiten waren zwischendurch auch tatsächlich mit Wasser gefüllt. Nicht nass wurde nur die Sängerin (wäre auch nicht gut, wenn man verkabelt ist). Sie war auch für den „running gag“ verantwortlich, nämlich diverse Klassik-Versionen des alten Schlagers „Pack die Badehose ein“. Eine Clownin sorgte mit Sketches, die natürlich irgendwie mit Baden zu tun hatten, für die Übergänge zwischen den Akrobatiknummern.

Mittwoch, 25. Mai

Heute musste ich erstmals schon morgens mit Jacke aus dem Haus. Die Sonne schien, aber es wehte ein kühler Wind. Ich wollte mir ein paar Quartiere ansehen und begann mit Lichterfelde, weil ich in einem Blog mal eine Schwärmerei darüber gelesen habe. Tatsächlich, ein schöner Bahnhofvorplatz und überall Alleen. Es erinnerte mich an das Thuner Seequartier, nur ohne See und viel grösser. Gleich beim Bahnhof befindet sich interessanterweise die Baseler Strasse. Ob das von einem Namen kommt, oder ob tatsächlich Basel gemeint ist, weiss ich nicht. 
Auf der Rückfahrt kam ich schon zum zweiten Mal diese Woche in eine Ticketkontrolle. Die Kontrolleure kommen zu zweit oder zu dritt. Tragen Shorts und Sommerhemd oder Jeans und Kapuzenjacke. Sie sind unauffälliger als unauffällig. Kaum fährt die Bahn an, verteilen sie sich und zücken den Ausweis. Keine Problem, ich zeige meine Wochenkarte. Heute musste der Kontrolleur schon ein bisschen nachrechnen: Ist 25 kleiner als 21 plus 7? Ja – nicken und weitergehen.
Anhalter Bahnhof
Nach so viel Idylle, zog es mich wieder nach Mitte, resp. zum Anhalter Bahnhof. Hier hält seit Kriegsende kein Zug mehr an und der Name hat auch nichts mit anhalten zu tun, sondern er bezieht sich auf die Provinz Anhalt. Da er in Westberlin liegt und die Bahnlinien nach Ostdeutschland führten, verlor er seine Bedeutung. 
Ich wanderte von dort zum Checkpoint-Charlie, die Dokumentationsstätte zum Nazi-Terror liess ich aus, Geschichtsunterricht hatte ich in dieser Richtung schon genug. Dann durch die Rudi Dutschke Strasse, wo sich taz-Gebäude und Springer in feindlicher Nachbarschaft gegenüberstehen. Schliesslich kreuz und quer durch Kreuzberg, wo ich eine Rösti-Bar namens Helvetia entdeckte. Ich zog es aber vor in einem indischen Restaurant zu essen – gut und günstig. Als Verdauungsspaziergang ging ich durch den Görlitzpark. Dort standen zwei junge Leute mit Kamera und Mikrofon und interviewten Passanten. Auch mich. Fühlen Sie sich jugendlich? Was mach Jugend aus? Was halten Sie von der heutigen Jugend? Wo das gesendet wird und ob sie mich zeigen, werde ich nie erfahren.
An der Spree angekommen, wollte ich noch eine Skulptur näher anschauen, die im Fluss steht. Sie steht vor einem Bürokomplex in Treptow, der sich – Achtung Wortspiel – Treptower nennt. So sah ich dort nach dem „Walking Man“ in München und dem „Hammering Man“ in Basel auch die „Molcular Men“ in Berlin.
Molecular Men
Die Zeit vergeht schneller als man denkt und so musst ich mich beeilen zurück in die Wohnung zu kommen um mich für den Abend frisch zu machen. Das Musical „Hinterm Horizont“ begann schon um 19 Uhr. Eine Geschichte um und mit Musik von Udo Lindenberg. Es handelt von einer fiktiven Liebesgeschichte Lindenberg mit einer jungen Frau namens Jessie, über die er ein Lied geschrieben hat, die er bei seinem legendären Konzert in Ost-Berlin kennenlernt. Die Handlung beschreibt vor allem das Leben einer durchschnittlichen DDR-Familie, von Flucht und Verrat und schliesslich vom Fall der Mauer. Die letzte Szene spielt schliesslich in der Gegenwart, wo Jessie Udo schliesslich ihren und seinen Sohn vorstellen kann. Mich hat erstaunt, dass Lindenberg diesem Plot zugestimmt hat, er hat ja keine Kinder – aber vielleicht gerade darum. Wieder ein gelungener Abend.

Donnerstag, 26. Mai

Über Madrid gibt es den Spruch: „Madrid me mata“. Aber nicht nur Madrid, jede Grossstadt bringt einen um, wenn man sie in kurzer Zeit vollen auskosten will, auch Berlin. Kürzer treten und mehr Pausen machen, ist darum für mich die Devise der letzten Tage meines Berlin-Besuches.
Als erstes fuhr ich noch einmal nach Kreuzberg und dort auf den Kreuzberg, der höchsten Erhebung von Berlin. Auf dem Gipfel befindet sich das Siegesdenkmal, das an Schlachten Preussens erinnert und auf der einen Seite fliesst ein „Bergbach“ hinunter. Ich nehme stark an, das steckt eine Pumpe dahinter.
Bergbach vom Kreuzbern
Ich blieb bei „Berg“ und nahm die S-Bahn quer durch die Stadt nach dem Quartier Prenzlauer Berg. Diese Gegend ist stark wegen der sogenannten Gentrifizierung im Gerede. Damit ist die Umwandlung eines Familien und Arbeiterquartiers in eine hippe Wohngegend für gut Verdienende. Was ich sah, waren tatsächlich lange Häuserreihen, 4 bis 5-stöckig, alles renoviert. Viele Restaurants und Kaffees die gerade öffneten, aber kaum Läden.
Nächste Station war der Tiergarten; nicht der Zoo, sondern der Park. Viele Waldwege und mittendrin ein Strassenkreuz und dort wiederum die Siegessäule mit der Goldelse, wie die Berliner der goldenen Siegesgöttin auf der Säule sagen. D.h., sie sagen „Joldelse“. Als ich das erstmals geschrieben sah, las ich erst „Jodelelse“.
Joldelse
Jetzt war aber eine Pause angesagt. Ich hätte mich zu den Nackten auf den Wiesen gesellen können, da ich aber nicht so gerne an der Sonne liege, ging ich zum Gartenrestaurant an der Schleuse zum Landwehrkanal um mich mit einem Bier und einer Bretzel zu stärken. Danach ging ich weiter zum Bahnhof Zoo und zum Ku’Damm-Eck. Vor zwanzig Jahren war hier noch das Zentrum von Westberlin. Heute wird dort wie wild gebaut und in ein paar Jahren sieht es wohl wieder anders aus. Den Abschluss des Spazierganges bildete noch ein Besuch in der Feinschmeckerabteilung des KaWeDe, des Kaufhauses des Westens.
Von der Warschauerstrasse fährt in Tram zum Nordbahnhof, was noch eine gemütliche Rückkehr bedeutet hätte. Aber kaum hatte ich die U-Bahn Richtung Warschauerstrasse bestiegen, konnte ich schon wieder aussteigen. Die Strecke war wegen eines Bombenfundes – diesmal eine aus dem 2. Weltkrieg – unterbrochen.
Am Abend für einmal kein Theaterbesuch. Anfangs Woche hatte ich eine Mitteilung von Thomas bekommen, er sei kurzfristig nach Potsdam geschickt worden. So verabredeten wir uns zu einem Bier und hatten einen gemütlichen Abend.

Freitag, 27. Mai

Gemütlich und ohne grosse Vorsätze startete ich den letzten Berlin-Tag. Ich musste mit Schrecken feststellen, dass ich das viel beachtete und umstrittene Holocaust-Mahnmal noch gar nicht gesehen hatte. Zwar marschierte ich schon vom Brandenburger Tor zum Potsdamer Platz, aber auf der falschen Strassenseite. Hier also der Blick auf die Lego-Steine, pardon, die Stelen.
Holocaust Mahnmal
Man kann zwischen ihnen hindurchgehen und das Ganze wäre eigentlich recht lustig und ideal zum Verstecken spielen, wenn der Hintergrund nicht so traurig wäre.
Danach flanierte ich durch die Prachtsstrasse „unter den Linden„, die hinter dem Brandenburger Tor mit dem Pariser Platz beginnt. Klar, dass an diesem Platz die französische Botschaft sein muss – aber auch die der USA. In einer Nebenstrasse folgt die Britische und dann, mächtig und dominant, die russische.
Als schönster Platz Berlins gilt bei vielen der Gendarmenmarkt. Eigentlich kein richtiger Platz, sondern einfach ein Leerraum zwischen einem Konzerthaus und zwei Domen – dem deutschen und dem französischen. Letzterer erinnert an die Hugenotten, die in Preussen Zuflucht fanden.
Ich hatte mir vorgenommen, im taz-café eine Kleinigkeit zu essen und ging deshalb weiter zur Rudi-Dutschke-Strasse. Es war die TAZ, die dies Strassenbenennung erreicht hatte, sehr zum Ärger des Axel Springer Verlags, der seinen Konzernsitz an derselben Strasse hat. Sie verlegten deshalb den Haupteingang an eine Querstrasse und erreichten ihrerseits die Umbenennung dieser Strasse in Axel-Springer-Strasse.
Ich nahm das Thema vom Anfang wieder auf und ging ins jüdische Museum. Mein einziger Museumsbesuch, in dieser Reise. Es geht dort ums jüdische Leben allgemein und die Geschichte der Juden seit dem Mittelalter. Natürlich auch die Geschichte des Antisemitismus.
Ebenfalls fast vergessen hätte ich die Eastside-Gallery – 1300 Meter Mauer, die von Künstlern bemalt wurde.
Westside Gallerie
Schliesslich holte ich noch die Tramfahrt nach, die ich gestern nicht machen konnte. Ein nützliche Idee, denn so fand ich auch gleich heraus, dass ich dieses Tram zur Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg bringt. Ich stieg noch aus, die Kulturbrauerei zu besichtigen. Ein grosser Gebäudekomplex, etwa wie die Gurtenbrauerei, in dem jetzt Läden und Veranstaltungslokale drin sind. Auch ein Kino.
Also ging ich am Abend noch ins Kino. Ich wollte schon lange diese Terroristen-Kommödie „Four Lions“ sehen. Eine Stunde lang war der Film auch recht lustig, dann aber kippte er. Er endet mit einem Totentanz, der einen eher verstört als belustigt hinterlässt. Ich hörte beim hinausgehen niemanden reden.

Samstag, 28. Mai

Der Samstag bestand nur noch aus frühstücken, aufräumen und packen. Ab zum Flughafen Tegel. Leider hat TXL, die sein Kürzel lautet, keinen zentralen Check-In, so dass man vor dem Gate warten muss, bis der vorherige Flug abgefertigt ist. Für einen chronischen zu-früh-Kommer wie mich eine lästige Sache. Ansonsten lief alles bestens und nur vier Stunden nach dem Abflug sass ich in Thun auf dem Mühleplatz und feierte meine Heimkehr mit einer Portion Pouletflügeli.

Mehr Bilder gibt es in meinem Flickr-Album.

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